Privatpraxis Psychotherapie
Privatpraxis Psychotherapie
„ „…Du bist Arzt und weißt, worüber Du sprichst, und es ist dein Leben. Aber wenn Du einfach mal nur einen Arzt brauchst, bin ich jederzeit für dich da.“
Ich hatte gar nicht in Betracht gezogen, dass ich die Verantwortung für meine eigene medizinische Versorgung abgeben könnte. Ich merkte, dass ich versuchte, weiterhin als Arzt zu handeln, für mich selbst – für Paul Kalanithi, den Patienten – die Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht war ich von einem griechischen Gott verflucht, aber die Kontrolle abzugeben erschien mir unverantwortlich, wenn nicht gar unmöglich.“
Mein Schwerpunkt…
In den letzten 20 Jahren habe ich mich wissenschaftlich und klinisch bevorzugt mit dem Thema „Ärzt:innen- und Therapeut:innen-Gesundheit“ beschäftigt. Daraus entstand allmählich der Wunsch, eine Privatpraxis mit Schwerpunkt „Ärzt:innen- und Therapeut:innen-Gesundheit“ zu eröffnen und somit ein spezialisiertes Angebot für im Gesundheitswesen Tätige zu schaffen.
Selbstverständlich behandle ich auch Menschen mit anderen beruflichen (Helfer-) Hintergründen, z.B. Lehrer:innen, Polizist:innen, Selbstständige.
In meiner Privatpraxis begleite ich überwiegend Helfende, die sich im Beruf und/oder Privatleben über ihre Grenzen hinaus verausgabt und überlastet haben. Oftmals haben die Betroffenen den Eindruck, sich in ihrem Beruf und ihrer Berufung nicht mehr wiederzuerkennen und leiden unter Sinnentleerung und Entfremdung. Ziel meiner Arbeit ist es dabei, den „verwundeten Heiler“ wieder in Einklang mit sich selbst zu bringen.
Mögliche Symptome depressiver Störungen bei „Helfenden“
In den letzten beiden Jahrzehnten sind in Deutschland verschiedene wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema „Burnout in helfenden Berufen“ erschienen. Der Begriff „Burnout“ ist keine für sich allein stehende medizinische Diagnose, sondern hilft vielmehr, eine Brücke zu den depressiven Störungen zu schlagen.
Bei Ärzt:innen scheint die Punktprävalenz für eine klinisch relevante depressive Störung mit 6-13% und die Lebenszeitprävalenz mit 41-45% deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung zu liegen.
- Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, reduzierter Antrieb
- Ausgeprägte körperliche, emotionale und mentale Erschöpfung
- Verstärkte Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen
- Selbstzweifel, Zukunfts- und Versagensängste
- Schlafstörungen
- Körperliche Schmerzen oder muskuläre Verspannungen
- Erhöhte Reizbarkeit
- Rückzug aus dem sozialen Leben
- Zynischer oder emotional distanzierter Umgang mit Patient:innen/Klient:innen
- Suizidalität
- Selbstschädigendes Verhalten, z.B. in Form von Selbstmedikation mit Genuss- und Suchtmitteln oder auch selbst verordneten Medikamenten
Angsterkrankungen, ADHS, Traumafolgestörungen, Persönlichkeitsakzentuierungen, und/oder Substanzmissbrauch treten häufig komorbid auf.
Meine Behandlungsschwerpunkte sind:
- Sämtliche Störungen aus dem depressiven Formenkreis
- Angsterkrankungen
- ADHS
- Persönlichkeitsakzentuierungen und – störungen
- PTBS und Traumafolgestörungen
Ich behandle keine Patient:innen mit Substanzabhängigkeiten oder schweren Essstörungen.
„Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst das Surfen lernen.“
Mögliche Behandlungsziele
Diese werden grundsätzlich mit Ihnen immer individuell zu Beginn der Therapie erarbeitet.
Therapieziele könnten beispielsweise sein:
- Reduktion des aktuellen seelischen und körperlichen Belastungsniveaus und der Symptome der psychischen Erkrankung
- Erkennen persönlicher Erlebens- und Verhaltensmuster im biografischen Kontext
- Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
- Verbesserung der Emotionswahrnehmung und –regulation
- Verbesserte Wahrnehmung eigener Bedürfnisse
- Stabilisierung des Selbstwerts
- Wiedererleben und Stärkung persönlicher Ressourcen und Etablierung von sinnstiftenden und gesunden Verhaltensweisen
- Umgang mit berufs-spezifischen Problemen wie z.B. Grenzziehung, Umgang mit Konflikten oder Möglichkeiten zur Selbstfürsorge im Berufs- wie im Privatleben
Therapeutische Haltung
Meinen Patient:innen begegne ich mit einer empathischen, nicht wertenden und offenen Grundhaltung.
Gesundheit, Klarheit, Authentizität, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit sind Werte, an denen ich mich als Mensch und als Therapeutin orientiere.
In der Therapie stehen ausgehend von den biografischen Erfahrungen die emotionalen Prozesse und die konkreten Veränderungsmöglichkeiten im Hier und Jetzt meist im Vordergrund.
Meine therapeutische Grundausrichtung ist verhaltenstherapeutisch, dabei arbeite ich bevorzugt emotionsfokussiert und schematherapeutisch. Zusätzlich nutze ich weitere innovative Ansätze aus der modernen Verhaltenstherapie wie Acceptance and Commitment therapy (ACT), Dialektisch behaviorale Therapie (DBT) und Compassion focused therapy (CFT). Diese Elemente können Ihnen helfen, die Wellen des Lebens flexibel zu surfen.
Privat Versicherte und Beihilfe Berechtigte
Meist wird ein erheblicher Teil der Kosten einer Psychotherapie in einer Privatpraxis sowohl von der privaten Krankenversicherung wie auch der Beihilfe übernommen. Bitte erkundigen Sie sich direkt bei Ihrer Krankenkasse, ob und in welchem Umfang die Kosten für eine ambulante Psychotherapie übernommen werden. Dies ist von Ihrem Vertrag abhängig.
Die Gebühren richten sich nach der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ). Die Kosten variieren je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand und Umständen bei der Ausführung. Je nach Notwendigkeit können vor allem zu Beginn der Therapie weitere GOÄ-Leistungen wie z.B. Diagnostik, biographische Anamnese oder konsiliarische Erörterungen mit anderen mitbehandelnden Ärzt:innen zusätzlich anfallen.
Die Privaten Versicherungen übernehmen in der Regel 75-100% der Kosten.
Gesetzlich Versicherte
Leider kann ich in der Regel nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Kostenerstattung zu stellen, falls Sie keinen kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten finden. Dafür wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse.
Selbstzahlende
Es besteht auch die Möglichkeit, die Psychotherapie selbst zu bezahlen. Die Gebühren richten sich hierbei nach der ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ). Formalitäten sind nicht erforderlich.
Literaturempfehlungen
„Lesen stärkt die Seele“
…davon bin ich zutiefst überzeugt.
Auch ist es mir wichtig, meine Patient:innen mit ins Boot zu holen und zu „Expert:innen“ für ihre eigene Erkrankung zu machen.
Nur was man selbst versteht, kann man verändern.
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Ärzt:innen-Gesundheit
Zwack, J unter Mitarbeit von Mundle, G: „Wie Ärzte gesund bleiben – Resilienz statt Burnout“ (2013) Thieme Stuttgart
Santorelli, S: „Heal Thy Self Lessons on mindfulness in medicine” (2000) Harmony
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Schematherapie
Jacob, G, van Genderen, H: “Andere Wege gehen: Lebensmuster verstehen und verändern. Ein schematherapeutisches Selbsthilfebuch“ (2017) Beltz
Jacob, G: „Leben geht nur vorwärts- wann es Zeit ist das innere Kind in Ruhe zu lassen und durchzustarten“ (2024) Beltz
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Selbstmitgefühl
Neff, K: Selbstmitgefühl Wie wir uns mit unseren Schwächen versöhnen und uns selbst der beste Freund werden (2011) kalish
Neff, K und Germer, C: „Selbstmitgefühl Das Übungsbuch“ (2019) Arbor Freiburg
Brähler, C: „Kraftvolles Selbstmitgefühl“ (2020) Scorpio
Tanner, M: „Dem Leben einen Dreh geben. Selbstmitgefühl bei psychischen Erkrankungen“ (2022) Psychiatrie Verlag
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Achtsamkeit
Kabat-Zinn, J: „Im Alltag Ruhe finden. Meditationen für ein gelassenes Leben.“ (2024) o.w.barth
Kabat-Zinn, J: „Gesund durch Meditation Das große Buch der Selbstheilung mittels MBSR“ (2019) Knaur Leben
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ADHS
Hallowell, EM und Ratey, J “ADHS ist kein Makel- Hilfreiche Strategien für Kinder und Erwachsene“ (2022) rororo
Barkley, RA und Benton, CM „Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS“ (2023) Hogrefe
Carl, C, Ditrich, I et al: ”Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S: Warum sie so besonders sind und was sie stark macht (2022) Beltz
Neuy-Lobkowicz: „ADHS- Erfolgreiche Strategien für Kinder und Erwachsene“ (2022) Klett Cotta